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Zur richtigen Zeit am falschen Ort

Als ich am Montag den 28.08.2005 am Schluchsee ankam, musste ich mit schrecken feststellen, dass der Wasserspiegel sehr hoch stand. Der ca. 10 Meter breite Uferstreifen war komplett verschwunden. Ich hatte mir diesen Tag nur zum Loten freigehalten um dann von Dienstag an eine Woche zu fischen. Ich wusste schon ungefähr in welchem Bereich des Sees ich fischen wollte und so musste ich nicht den ganzen, 500 Hektar großen, See abfahren.

Warten auf Karpfen

Auf Grund des Wasserstandes, gab es am Ufer nur drei Stellen von denen man fischen konnte. Alle drei Stellen liegen in einer Bucht welche zum See hin von 0 Meter auf 25 Meter tiefe abfällt und extra für Angler mit Bojen abgegrenzt ist. Ich entschied mich für die mittlere Stelle von welcher aus man (fast) die ganze Bucht befischen kann.Allerdings war diese Stelle wegen dem hohen Wasser vom Platz her sehr eng, da ich gerade mal Platz für’s Zelt und das Rod Pod hatte. Als ich die Bucht gründlich ausgelotet hatte, speicherte ich ein paar wenige Spots im iFinder. Ein Spot lag ca. 45 Meter vom Ufer in 6 Meter tiefe in einem Flussbett. An dieser Stelle fließt normalerweise ein kleiner Bach in den See. Eine andere Stelle war ca. 120 Meter vom Ufer entfernt in einer Tiefe von 12 Metern, dort fällt der Grund auf einmal 1,5 Meter ab. Diese Kante zieht sich ca. 60 Meter parallel zum Ufer entlang. Da ich mit dem Loten schneller als gedacht fertig war ruderte ich die 4 km zurück zum Liegeplatz und entschloss mich noch am selben Abend mein Camp auf zu schlagen. Ich belud also schnell das Boot und paddelte die Selben 4 km im Eiltempo zurück zum Platz. Ich lud das Tackle aus und merkte erst dann wie eng die Stelle wirklich war. Ich drehte das Zelt hin und her bis ich endlich eine mögliche Stellung hatte, in welcher der rechte Teil des Zeltes fast schon im Wasser stand und der linke Teil im Wald platz fand. Als ich mich eingerichtet hatte montierte ich die Ruten mit Inliner und Safety Bolt und legte sie an die beschriebenen Spot zwischen denen ich eine leichte Maisspur fütterte.

 

Das große warten auf den Karpfen

Während dem Loten hatte ich mich mit ein paar Laien (Karpfen-) Anglern unterhalten von denen jeder durchblicken lies, dass es an diesem See nicht einfach sei einen Fisch zu fangen. Jedoch betonte jeder von ihnen die Größe der Fische. Ich schlief ruhig ein und wachte erst auf, nein nicht als um 03:00 Uhr die linke Rute ablief, sondern als die Sonne schon hoch am Himmel stand. Ich legte die Ruten neu aus und gönnte mir dann das erste Frühstück dieser Session. Mit Freuden konnte ich den Tag über beobachten wie das Wasser zurückging. Am Abend stieg es dann leider wieder, aber am nächsten Morgen war es soweit zurückgegangen das mein Bivy nun im sicheren stand. Als ich am Donnerstagmorgen aufstand, sah ich, dass das Wasser den rechten Teil meines Bivy’s erobert hatte und ein drittel des Tackles feuchte Füße bekommen hatte.

Das Landen eines Karpfens

Ich musste die Sachen im zelt stapeln, da ich keine Möglichkeit hatte nach hinten auszuweichen. Das ging auch ganz gut, was allerdings nichts an der Tatsache änderte, dass die Sounder in den vorigen 31/2 Tagen schwiegen. Auch an meinem Angelplatz hatte sich in der Zeit keine Menschen Seele (außer zwei verstörte FKK Sympathisanten) blicken lassen, was aber damit zusammenhing, dass diese Stelle nur mit dem Boot oder durch einen gut 1 stündigen Marsch zu erreichen ist. Aber immerhin hatte ich wie immer einen netten Mitbewohner welcher sich sichtlich vorgenommen hatte für eine Woche in meinen 50 Kilo Maissack einzuziehen. Während diesem Trip zweckentfremdete er mir mindestens 30 Gramm des Futters. Gegen Abend sah es so aus als würde ein Gewitter kommen und ich versorgte das Boot und alles andere. Gegen 21:00 Uhr kam das Gewitter und ich dachte, dass die Fische vielleicht nun in Laune kommen würden und legte mich voller Erwartungen zur Ruhe.

Die Bissanzeiger

Exakt um 07:00 Uhr weckte mich mein Sounder mit einem Vollrun der jedoch schnell an Geschwindigkeit abnahm. Ich rannte voller Enthusiasmus zur Rute und nahm Kontakt zum Blesshuhn auf, welches das erste meiner Tour werden sollte. Na wenigstens war das Gewitter vorbei und das Wasser gut einen Meter zurückgegangen. An diesem Tag regnete es hin und wieder mal und ich entschloss mich einen Tag mit Mais zu fischen um zu sehen ob die Carp’s vielleicht angst vor meinen Proteinkugeln haben. Außer ein paar riesigen Rotaugen war aber auch da nichts zu machen. Ich hatte die ganze letzte Woche einen Trupp von kleinen Karpfen durch die Bucht ziehen sehen, welche sich im Flachwasser sonnten. Um wenigstens etwas zu fangen montierte ich meine Floaterrute und fuhr mit dem Boot in die Bucht. In der eile, aus angst dass die Sonne wieder verschwinden würde, vergas ich den Kescher (und die Kamera sowieso). Ich fing in der Bucht einen Fisch, nein kein Rekordfisch von über 30 Kilo von welchem ich nun keine Fotos besitze, sondern einen kleinen Schuppi von schätzungsweise 10-15 Pfund, der für seine Größe mächtig Dampf gab. Am Morgen der Abreise fing ich noch ein Blesshuhn auf Pop-up am D-Rig und so ging eine (relativ) erfolglose Session zu Ende.

 

Krautbank beim Karpfenangeln


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