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Lebensraum des Karpfen

Der Karpfen ist ein Fisch des Süßwassers. Er lebt in Europa in fast allen stehenden Gewässern bis etwa 60° nördlicher Breite. Er fehlt in Finnland, den nördlichen Teilen Skandinaviens und in Ostsibirien. In der Schweiz ist er in natürlichen Gewässern häufig, fehlt aber im Engadin. Reiche Bestände an Wildkarpfen kommen im Schwarzen, Asowschen und Kaspischen Meer sowie im Aralsee vor, ferner in den Unterläufen von Dnjepr, Wolga und Don. Außerordentliche Fangerträge liefern das Donaudelta, der Plattensee in Ungarn, die Theiß, Drave und Save. Dort sind auch zahlreiche Teichwirtschaften angelegt worden, die ebenso wie in der Tschechei, Slowakei und in Polen wachsende Erträge liefern. Im Osten ist der Karpfen als Speisefisch besonders beliebt, bei uns in Deutschland vor allem als „Weihnachtskarpfen“.

Er schätzt warmes Wasser mit schlammigem Boden, meidet aber auch sandigen und kiesigen Untergrund nicht, sofern Pflanzenbewuchs vorhanden. Er kommt auch im Brackwasser vor, verträgt aber nur schwächere Salzghalte. Das gilt vor allem für die Brut, die bei Salzgehalten von mehr als 7 Promille eingeht. Ältere Fische können Salzgehalte bis zu 12 Promille ertragen. Nach dem Experten Steffens sollen Karpfen im Salton See (Südostkalifornien) sogar bei 18,6 Promille Salzgehalt vorkommen.

Der Karpfen Lebensraum braucht Pflanzen

Lebensraum des Karpfen

Wichtig ist ein starker Pflanzenwuchs: Hier findet der Fisch nicht nur Deckungsmöglichkeiten, sondern auch Nahrung und Laichplätze.

Die Ansprüche an den Sauerstoffgehalt des Wassers sind verhältnismäßig gering; sie entsprechen etwa denen von Schleie und Brassen. Das hängt vor allem mit der niedrigen Zirkulationszeit des Blutes zusammen (der Umlauf beträgt etwas 1,7 Minuten); das ermöglicht eine besonders wirkungsvolle Nutzung des Sauerstoffs. Der Bedarf erhöht sich mit steigenden Wassertemperaturen, stärkerer Bewegungsaktivität und vermehrter Nahrungsaufnahme. Bei extrem gesunkenem Sauerstoffgehalt des Wassers ist eine vorübergehende Notatmung durch Luftschnappen an der Wasseroberfläche möglich.

Der Karpfen braucht zu gedeihlichem Wachsen, abgesehen von reichlicher Nahrung, einen größeren Lebensraum. Zwar kommen auch in kleineren Kiesgruben oder Torfstichen gute Stücke vor, aber sie sind fast immer das Ergebnis richtig bemessenen Einsatzes. In kleinen, flachen Gewässern, die bis auf den Grund zufrieren, kann der Karpfen nicht überleben.

Gefährlich werden kann ihm schon eine dichte Eisdecke – das hat schon mancher Züchter zu seinem Leidwesen erfahren, wenn plötzlich einsetzender Frost den zum Abfischen schon stark abgelassenen Teich mit Eis überzog. Wenn nicht sofort Löcher ins Eis geschlagen werden, ersticken die dicht zusammengedrängte Fische.

In vielen Altwassern gedeiht der Karpfen besonders gut. Bei starkem Pflanzenbewuchs und reicher Nahrung pflanzt er sich dort auch fort. Nach dem Experten Gerlach gibt es in den Altwassern der Donau Wildkarpfen, die nicht aus Zuchtteichen stammen.

Video über den Lebensraum des Karpfen